Sir Patrick and the Earls“ gegründet 1964

Angefangen hat es in der Garage von Fredy Winkes Vater im Ninive. Zunächst waren wir zu Zweit. (Peter und Fredy). Mit Wandergitarren die später zu E-Gitarren umgerüstet wurden, denn eine neue E-Gitarre war viel zu teuer.

Wir nahmen einen Kopfhörer aus der Wehrmacht und bastelte daraus einen Tonabnehmer. Den klebten wir an die Gitarre und schon war die erste E-Gitarre fertig. Dann kamen noch zwei alte Röhrenradios als Anlage hinzu. So konnten man schon richtig „Krach“ machen.

Aber das war noch nicht alles. Ein Schlagzeug musste her aber wovon?  

Aus Persilkartons, Kochtöpfen und einen Hitzeschirm vom Ofen bastelten wir unser erstes Schlagzeug. Bald darauf hatten wir bereits erste Zuhörer, denn der Krach war ja nicht zu überhören.

Schnell hatten wir einen Sänger, der war aus der Nachbarschaft Küppi der sich die Kehle aus dem Hals schrie, denn wir hatten noch keine Mikro`s.

Unser erster Schlagzeuger war Rudi der aber schnell die „Kochlöffel“ wegschmiss. Dann kam Diddi, der war zwar erst 15 Jahre jung, aber ein sehr großes Talent. Ein Bassgitarrist fand sich auch schnell sogar mit einer eigenen Bassgitarre (Rolf). Nun waren wir komplett. Küppi (Wolfgang) Sänger, Peter (Sologitarrist) Fredy (Rhythmusgitarrist) Rolf (Bassgitarrist) und Schlagzeuger Diddi. Dann wurde fleißig geübt.

Eines Tages stand plötzlich mein Vater in der Garage wir ahnten Böses. Nicht schön, aber laut, gab er von sich. Wat braucht ihr denn noch? Verstärker, Hallgerät, Boxen, Mikro’s und ein Schlagzeug antwortete ich. „Tünnes“ sagte er zu mir und ging wieder hinaus und wir machten weiter Krach. Am nächsten Tag sagte mein Vaterzu mir, “wir können gleich zum Musikhaus Pauly fahren und gucken“.

Das war der Startschuss!

Ich habe schnell die Jungs angerufen und als mein Vater und ich beiPauly ankamen wurden wir schon von den Jungs erwartet. Nervös gingen wir im Laden auf und ab und guckten uns die Musikanlagen an. Wir hatten uns für eine Echolette-Anlage entschieden. Nun mussten wir nur noch meinen Vater überzeugen doch das war nicht einfach, zumal wir immer wieder hörten, „nee-nee watt datt alles koos.“ Am Ende konnte ich meinen Vater dann doch noch überzeugen und wir bekamen: Boxen, einen Verstärker, ein Hallgerät, drei Mikro’s und ein Schlagzeug! Mein alter Herr war um 5000 DM leichter und wir konnten unser Glück kaum fassen!

Schnell haben wir die Musik Anlage und das Schlagzeug eingeladen. Zu Hause angekommen haben wir die Anlage und das Schlagzeug sofort aufgebaut. Für uns war Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen… Unsere Garage wurde nun zu klein. Wir waren viel im Marienheim in Viersen um Tischtennis zu spielen und hörten von anderen Jugendlichen, dass dort ein Proberaum frei wurde welcher zuvor von den „Sprits“ genutzt wurde. Ältere Viersener können sich vielleicht an sie erinnern, oder an die Instumental-Band Spotnik´s und Shadows. Die haben im Eis Cafe Rina gespielt. So konnten von der Garage meines Vaters zum Marienheim umziehen. Endlich hatten wir Platz und meine Eltern und unsere Nachbarn hatten wieder Ruhe.

Wir starteten richtig durch und es folgten etliche Auftritte z.B. im Pfarrheim (Viersen-Bockert), Kaisermühle (Viersen); Küpes Hüske (Viersen) Eulenpesch (Viersen), Hotel zur Post (Viersen-Dülken), Haus Dücker (Helenabrunn)1966 folgte dann eine Niederrhein Tournee organisiert durch unseren Manager der UBC (United Beat Corporation) in der wir in folgenden Städten auftraten: Kaldenkirchen, Wesel, Lintdorf, Grefrath, Xanten, Rheydt und Weeze. Ein Bus fuhr uns von Stadt zu Stadt, und wir wurden schon von vielen kreischenden Fans erwartet und gaben Autogramme. Wir hatten es geschafft, wir waren schon ein kleines bisschen berühmt…

Beruf und Bundeswehr führten dann dazu, dass wir unserem geliebten, gemeinsamen Hobby, der Musik, nicht mehr nachgehen konnten. Somit löste sich die Band im Jahre 1967 auf. Allerdings verloren wir uns nie ganz aus den Augen. An dieser Stelle möchte ich mich besonders bei meinem verstorbenen Vater (Adolf Winkes) bedanken, denn ohne ihn wäre das alles nicht möglich gewesen. Im Jahr 2004 erreichte uns dann die Nachricht von der Schließung des Marienheims in Viersen. Harald Matous hatte die Idee, zusammen mit Dieter Pschibil eine Marienheim Abschluss Party zu organisieren bei der einige ehemalige Bands unter anderen The Squeeze, The Beagles und wir The Earls sollten. Wir zögerten nicht lange als man fragte und probten sofort einige alte Stücke ein. Obwohl wir fast 40 Jahre nicht mehr miteinander gespielt hatten war fast alles wie damals. Die Abschluss Party unter dem Motto „Tschüss Marienheim“ war ein grandioser Erfolg von dem alle heute noch reden!Für uns war es ein erneuter Startschuss und wir starteten als Oldieband „The Earls“in neuer Besetzung erneut durch:Wolfgang Küppenbender (Küppi) Sänger, Peter Bovens (Solo Gitarre), Fredy Winkes (Rhythmus Gitarre) Uli Müllers (Bass Gitarre), Achim Schumann (Schlagzeug) und Tochter Rebecca Schumann (Sängerin).

Im Jahre 2015 wurde die Gruppe noch einmal komplett umgebaut und besteht nun aus: Wolfgang (Küppi) Küppenbender Gesang - Carina Möskes, Gesang - Peter Bovens, Gitarre, Voc - Heinz Möskes, Gitarre, Voc - Dieter (Doddo) Pschibil, Bass - Dieter Karis, Keyboard, Voc - Gunter (Gunni) Halmdienst, Drums,Voc.

Die Oldienight 2016 war der letzte Auftritt von Peter Bovens für und mit den Earls, Erik Arntzen wird an dessen Stelle die Gitarre glühen lassen. somit ist Wolfgang Küppenbender der letzte Ur-Earl der Band von 1964.